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Parkinson - Familie und Partnerschaft

Die Parkinson-Krankheit betrifft nicht nur den Menschen, der damit lebt, sondern die ganze Familie. Wenn beim Lebenspartner oder einem anderen nahen Verwandten Parkinson festgestellt wird, ist das erst einmal ein Schock und es braucht Zeit, sich an die veränderte Situation zu gewöhnen. Neben den körperlichen Symptomen empfinden viele Angehörige auch die psychischen Veränderungen häufig als sehr belastend: Ängstlichkeit oder depressive Verstimmungen stellen die Partnerschaft vor neue Herausforderungen.

Darüber hinaus kommt es häufig zu existenziellen Ängsten, wenn z. B. das bisherige Familienoberhaupt nicht mehr seiner Berufstätigkeit nachgehen kann. Häufig vertauschen sich dann die Rollen und der vormals starke und aktive Partner ist auf Unterstützung der Partnerin oder des Partners angewiesen.

Parkinson - Familie und Angehörige

Die Erkrankung und ihre Folgen akzeptieren

Parkinson ist in der Regel eine langsam fortschreitende Erkrankung, so dass der Betroffene und seine Familie sich langsam an das Leben mit der Krankheit gewöhnen können. Meist erst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit benötigt der Patient Hilfe im Alltag, zum Beispiel beim Anziehen oder Essen, aber auch mit der Einnahme seiner Medikamente oder beim Treffen von finanziellen Entscheidungen.

Ziel der meisten Patienten mit Parkinson ist, ihre Unabhängigkeit möglichst lange zu bewahren, auch wenn normale Alltagshandlungen dadurch länger dauern können. Ist Hilfe dennoch erforderlich, so kann diese in unterschiedlichem Ausmaß und Umfang erfolgen.

Das Bedürfnis an Unterstützung verändert sich im Laufe des Tages immer wieder und kann davon abhängen, wie gut die Medikamente zu einer bestimmten Zeit wirken. In den sogenannten ON-Phasen, in denen die Medikamente gut wirken, können die Patienten viele Aktivitäten gut selbst ausführen und sind mobil. In den OFF-Phasen, in denen die Wirkung der Medikamente gerade nachgelassen hat, brauchen sie möglicherweise Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie Anziehen, Essen und Gehen. Für den gesunden Partner bedeutet dies, aufmerksam zu bleiben und seinem Partner trotz der Erkrankung noch etwas zuzutrauen: Je länger der Betroffene es schafft, möglichst eigenständig zu leben, desto positiver wirkt sich dies auf die Lebensqualität aller Beteiligten aus.

Unterstützung bieten – Überforderung vermeiden

Den meisten Angehörigen ist es wichtig, den erkrankten Partner bestmöglich zu unterstützen. Daher sollten sie sich von Anfang an über die Krankheit informieren, den Patienten zu Arztbesuchen oder Selbsthilfegruppen begleiten und darauf achten, dass die erforderlichen Medikamente gewissenhaft eingenommen werden. Darüber hinaus sind vor allem Offenheit und Verständnis wichtig.

Parkinson

Bei aller Sorge um den erkrankten Angehörigen darf allerdings das eigene Leben nicht zu kurz kommen. Gerade dann, wenn bereits eine aufwendige Pflege erforderlich ist, sollten Angehörige mögliche Hilfen ohne schlechtes Gewissen annehmen. Nur so ist es möglich, neue Energie zu schöpfen und neue Gesprächsthemen zu entdecken.

Familie und Freunde sind oft gerne bereit, hin und wieder auszuhelfen, wenn man sie darum bittet. Eine Liste mit Dingen, die auch andere erledigen können, kann dabei helfen, Aufgaben abzugeben und so Zeit für Freizeitaktivitäten wie Kino oder einen Stadtbummel zu gewinnen.

Anfangs ist es möglicherweise schwer, sich daran zu gewöhnen, um Hilfe zu bitten oder gar jemanden anzustellen, der hilft. Dabei hilft es, sich immer daran zu erinnern, dass es unabdingbar ist, gut für sich selbst zu sorgen, um die Kraft zu haben, gut für jemand anderen zu sorgen!

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Für viele Patienten spielen Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle für das emotionale Wohlergehen. Es existieren aber auch Selbsthilfegruppen nur für Angehörige von Parkinson-Patienten sowie Gruppen, die von Patient und Pflegendem gemeinsam besucht werden. In diesen Gruppen können Fragen zur Parkinson-Erkrankung gestellt werden, Erfahrungen und Ratschläge ausgetauscht werden, und es besteht die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen mit Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden.

Spannungen in der Partnerschaft

Das Fortschreiten der Erkrankung kann ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Partnerschaft haben: im positiven Fall kann eine große Nähe zwischen den Partnern entstehen. Auf der anderen Seite können die neuen Herausforderungen auch zu Spannungen führen.

Vielen Parkinson-Patienten fällt es schwer, ihre Krankheit und die damit verbundenen Einschränkungen zu akzeptieren. Sie fühlen sich unattraktiv, haben Versagens- und Verlustängste und ziehen sich zurück. Kommt dann auch noch eine sich umkehrende Rollenverteilung dazu, kann das zu Konflikten führen. In vielen Fällen schaffen es die Paare, diese Probleme gemeinsam zu bewältigen. Sollte es jedoch anhaltend zu Konflikten und Streitereien kommen, kann es sinnvoll sein, eine Paarberatung aufzusuchen.

Herausforderung Hypersexualität

Hypersexualität ist eine  häufige Nebenwirkung bei der Behandlung mit Dopaminagonisten und kann eine Beziehung sehr belasten. Die stark gesteigerte Libido kann unter anderem zu sexuellen Fantasien und häufiger Selbstbefriedigung führen. Darüber hinaus kann es zu einer schwierigen Herausforderung für die Beziehung werden, wenn die sexuellen Bedürfnisse weit auseinandergehen oder das Leistungsvermögen – aufgrund von Alter oder Krankheit – stark vermindert ist. In diesen Fällen ist die Frustration häufig groß und es ist wichtig, dass die Partner offen miteinander reden, um ihre Wünsche und Bedürfnisse klar zu artikulieren.

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