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Autofahren mit Parkinson

„Ist es möglich und erlaubt, trotz Parkinson-Diagnose weiter Auto zu fahren?“ Diese Frage stellen sich viele Betroffene. Autofahren ist für die meisten Menschen ein fester Bestandteil ihres Lebens und gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung dafür, an vielen Bereichen des modernen Lebens teilhaben zu können. So ist der Weg zur Arbeit, zum Arzt oder auch zum wöchentlichen Großeinkauf ohne Auto für viele Menschen undenkbar und je nach lokaler Infrastruktur oft auch gar nicht möglich. Gerade Menschen mit Morbus Parkinson, denen mit zunehmenden Einschränkungen die Nutzung alternativer Transportmittel wie Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel schwerer fällt, ermöglicht das Auto Mobilität und Unabhängigkeit.

Sicher unterwegs - Parkinson und Autofahren

Zunächst nur geringe Einschränkung der Fahrtauglichkeit

In der frühen Phase der Erkrankung, in der die Symptome noch nicht so ausgeprägt sind, sind die meisten Betroffene in der Lage, weiterhin Auto zu fahren. Es kommt dabei immer auf die individuellen Beschwerden und die Ausprägung der Parkinson-Erkrankung an. Im Krankheitsverlauf kann die Fahrtauglichkeit jedoch abnehmen. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die entweder als Folge der Erkrankung oder in Verbindung mit Parkinson eine zusätzliche Einschränkung der Fahreignung bedeuten können:

  • In vielen Fällen treten Bewegungsstörungen auf, wie z.B. Zittern, Steifigkeit, Bewegungsarmut oder  Gleichgewichtsstörungen
  • Es können Einschränkungen in der Aufmerksamkeit oder Wahrnehmung auftreten
  • Manche Betroffene leiden unter psychischen Beschwerden, wie z. B. einer Depression oder Ängsten
  • Teilweise treten zusätzliche Erkrankungen auf, wie z.B. Sehstörungen, Schwerhörigkeit, internistische, orthopädische und/oder neurologische Begleiterkrankungen
  • Durch die Einnahme von Medikamenten kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie z. B. eine erhöhte Tagesmüdigkeit, Schwindel oder Benommenheit

Wichtig: Eine gute Selbsteinschätzung

Um seine Fahrtauglichkeit gut einschätzen zu können, ist es wichtig, sich genau zu beobachten und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Auch wenn es schwer ist: Sollten Einschränkungen bemerkt werden, ist es im Sinne der eigenen Gefährdung und der Gefährdung anderer wichtig, entsprechend verantwortungsbewusst handeln. Eine realistische Einschätzung seiner Fähigkeiten ist eine wichtige Voraussetzung, um gezielte Gegenmaßnahmen vornehmen zu können.

Beurteilung der Fahreignung bei Parkinson-Patienten

Die Beurteilung der Fahreignung ist zum einen möglich durch eine freiwillige Abklärung der fahrrelevanten körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit. Ein Arzt oder Psychologe mit verkehrsmedizinischer Zusatzausbildung kann dabei die jeweiligen Leistungsbereiche untersuchen. Zum anderen kann die Beurteilung der Fahreignung durch einen entsprechenden Fahreignungstest ergänzt werden. Der Technische Überwachungsverein (TÜV) bietet entsprechende Fahreignungsuntersuchungen für Parkinson-Patienten an. Sollte noch eine ausreichende Fahreignung bestehen, wird eine schriftliche Bestätigung der Fahreignung ausgestellt. Diese Bescheinigung sollte zum Nachweis für die Einhaltung der Vorsorgepflicht stets bei sich im Auto mitgeführt werden, um z.B. im Falle eines Unfalles strafrechtliche oder versicherungsrechtliche Konsequenzen auszuschließen.

Wie ist die rechtliche Lage?

Entsprechend der Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung sowie der Fahrerlaubnisverordnung muss für das Führen eines Kraftfahrzeugs eine entsprechende Eignung vorliegen (§2 Abs. 4 StVG). Erweist sich ein Fahrer als ungeeignet, z.B. aufgrund von Morbus Parkinson, wird diesem die Fahrerlaubnis entzogen oder nicht erteilt. Dabei gelten für die Erlaubnis z. B. einen Bus, LKW oder ein Taxi zu fahren strengere Regeln als für das Führen eines Privat-PKW oder Motorrad. Während Taxi-, Bus- und Lkw-Fahrer im Falle einer Parkinson-Erkrankung in der Regel ihre Fahrerlaubnis abgeben müssen, dürfen Pkw- und Motorradfahrer ihre Fahrerlaubnis weiterhin behalten, sofern

  1. ihr Reaktionsvermögen in Belastungssituationen ausreichend vorhanden ist
  2. keine zusätzlichen Beeinträchtigungen bzw. psychopathologische Auffälligkeiten bestehen und
  3. regelmäßige Nachuntersuchungen befolgt werden.

Doch auch mit der Feststellung von Eignungsmängeln ist der Führerschein nicht zwangsläufig weg. So kann beispielsweise bei motorischen Störungen die Fahreignung in bestimmten Fällen durch technische Maßnahmen (z.B. Umrüstung auf Automatikschaltung oder auf Handgas und Handbremse) weiter aufrechterhalten bleiben.

Betroffene haben eine gesetzliche Vorsorgepflicht.

In der Regel erhält die Fahrerlaubnisbehörde keine Benachrichtigung über die Parkinson-Erkrankung eines Betroffenen. Laut Gesetz müssen Betroffene selbstständig und eigenverantwortlich prüfen bzw. sich prüfen lassen, ob die Fahreignung trotz ihrer Erkrankung weiterhin Bestand hat. Es ist daher wichtig, dass Betroffene im Rahmen einer Vorsorgepflicht regelmäßig überprüfen lassen, ob sie weiterhin sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.

 

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