Parkinson Aktuell UCB

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Überbeweglichkeit und Wirkschwankungen

Medikamente gehören bei Parkinson-Erkrankten zum alltäglichen Leben. Individuell auf den Patienten abgestimmt, kann eine Parkinson-Therapie die Krankheitssymptome lange Zeit deutlich mildern. Mit zunehmender Krankheitsdauer lässt jedoch die Wirksamkeit der Medikamente nach, und sogenannte Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) können auftreten. Unwillkürliche Überbewegungen (Dyskinesien) gehören zu den typischen Beschwerden, die durch Wirkungsschwankungen hervorgerufen werden.

Wirkungsschwankungen treten mit dem Fortschreiten der Parkinson-Krankheit auf

Mit zunehmender Krankheitsdauer sterben immer mehr Nervenzellen ab, die Dopamin produzieren können. Damit nimmt der Spiegel an köpereigenem Dopamin weiter ab, so dass eine höhere Dosis dopaminerger Medikamente benötigt wird, um die Parkinson-Symptome in gleicher Weise zu mindern. Während anfangs eine niedrige Medikamentendosis am Tag ausreichend sein kann, werden mit dem Fortschreiten der Krankheit meist höhere Dosierungen in kürzeren Zeitabständen nötig.

Die dopaminergen Nervenzellen sind außerdem dafür zuständig überschüssiges Dopamin aufzunehmen und zu speichern. Ihr Absterben führt in der Folge somit zu einer verminderten Speicherfähigkeit von Dopamin. Daher kann es kurz nach der Medikamenteneinnahme zu einem besonders hohen Wirkstoffspiegel von Dopamin kommen, der unwillkürliche Überbewegungen auslösen kann (Peak-Dose-Dyskinesie).

Was ist Parkinson und wie ist der Verlauf sowie die Behandlung?

Gesicht, Schulter- und Nackenbereich als auch Arme und Beine betroffen

Peak-Dose-Dyskinesien oder Spitzendosisdyskinesien zeigen sich vor allem als Bewegungsunruhe in Armen und Beinen; auch das Gesicht (kauende und schmatzende Bewegungen) sowie der Schulter-Nackenbereich können betroffen sein. Des Weiteren können die Atemmuskeln betroffen sein, wodurch das Sprechen behindert wird. Ruckartige, nestelnde Bewegungen der Finger können zusätzlich auftreten.

Um Dyskinesien zu vermeiden, ist ein konstanter Wirkstoffspiegel wichtig

L-Dopa ist zwar immer noch das wirksamste Parkinson-Medikament und im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit meist unentbehrlich; allerdings kann es unter L-Dopa zu Spätkomplikationen wie Wirkungsschwankungen und Dyskinesien kommen. Da diese unter Dopamin-Agonisten nicht so häufig vorkommen, wird vor allem bei jüngeren Parkinson-Betroffenen die Therapie häufig mit einem Dopamin-Agonisten begonnen. Erst wenn die Wirksamkeit nicht mehr ausreicht, wird L-Dopa zusätzlich eingenommen. Bei älteren Patienten hingegen wird die Therapie oft mit L-Dopa begonnen. Bei dem Einsatz von L-Dopa ist generell zu beachten, dass das Risiko für die Entwicklung von Dyskinesien bei Dosierungen von mehr als 300-400 mg/Tag erhöht ist. Hierbei ist auch das Körpergewicht der Patienten zu berücksichtigen. Die Kombination mit weiteren Medikamenten kann helfen, Wirkungsschwankungen und Dyskinesien zu verhindern. Im Spätstadium der Krankheit nimmt die Breite des therapeutischen Fensters ab: Das Risiko einer Unterbeweglichkeit aufgrund zu niedriger Dosis beziehungsweise von Dyskinesien aufgrund einer zu hohen Dosierung ist erhöht.

Die Patienten selbst leiden meist weniger unter den Dyskinesien als die Angehörigen

Da Dyskinesien vor allem in Phasen guter Beweglichkeit vorkommen, empfinden die Patienten die Überbewegungen meist als wenig störend. Dagegen fühlen sich Angehörige eher belastet und vermeiden es, aus Angst vor Reaktionen der Mitmenschen, zusammen mit den Betroffenen aus dem Haus zu gehen. Ein offenes Gespräch mit Freunden und Angehörigen kann helfen, die oft seltsam anmutenden Bewegungen zu erklären. Die Patienten sollten dann selbst entscheiden, ob die Dyskinesien zu Gunsten der guten Beweglichkeit akzeptabel sind. Sind die Dyskinesien nicht zu tolerieren, kann eine Umstellung der Medikamente helfen. Sind andere Möglichkeiten erschöpft, kann eine invasive Therapie (z.B. tiefe Hirnstimulation) in Erwägung gezogen werden.

Wirkungsschwankungen auch durch Probleme bei der Magen-Darm-Passage

Eine unregelmäßige Medikamenten-Einnahme oder eine verzögerte Wirkstoff-Aufnahme nach der Medikamenten-Einnahme kann ebenfalls zu Wirkungsschwankungen führen. Nach der Einnahme von Medikamenten kann es durch die verlangsamte Magenentleerung bei Parkinson-Patienten zu einer verzögerten Magen-Darm-Passage kommen. Dadurch wird die Aufnahme der Wirkstoffe ins Blut verzögert. Auch Eiweiße aus der Nahrung, wie Eier, Milch, Fleisch, Fisch können die Aufnahme des Wirkstoffs L-Dopa behindern und somit Wirkungsschwankungen auslösen. Hier kann eine Umgehung des Magen-Darm-Trakts oder die direkte Verabreichung eines Medikaments am Aufnahmeort hilfreich sein (Pflaster oder Pumpe).

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