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Symptome für Parkinson

Bei den Symptomen für Parkinson unterscheidet man zwischen


Hauptsymptome von Parkinson

Zu den klassischen Hauptsymptomen des Morbus Parkinson gehören die folgenden 4 Symptome, die Bewegungsstörungen betreffen:1


Die Hauptsymptome entwickeln sich langsam während des Krankheitsverlaufs und können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Nicht jeder Patient weist alle vier Hauptsymptome auf.


Der Schweregrad und die Ausprägung der einzelnen Hauptsymptome können individuell sehr unterschiedlich sein.1

Bewegungsarmut (Bradykinese)

Die Verlangsamung der Bewegung ist ein langsam fortschreitender Prozess, der verschiedene Körperteile, wie Gesicht, Arme, Gang und Körperhaltung betreffen kann. Als ein erstes Anzeichen kann ein Arm beim Gehen weniger mitschwingen als der andere Arm. Willkürliche Bewegungen, wie Aufstehen, Gehen und Umdrehen sind verlangsamt und fallen dem Patienten zunehmend schwerer. Auch die Mimik, das Schriftbild und die Sprache verändern sich. Das Gesicht wird ausdrucksärmer, die Schrift kleiner und die Sprache undeutlicher.1

Muskelsteifheit (Rigor)

Zunächst sind meist die Nacken- und Schultermuskeln von der Versteifung der Muskulatur betroffen, so dass die Beschwerden anfänglich mit Rheuma oder Muskelverspannungen verwechselt werden können. Die Muskelsteifheit kann an den verschiedenen Körperteilen unterschiedlich ausgeprägt sein. Der Arzt weist die Muskelsteifheit über das Zahnradphänomen nach: Bei dem Versuch den angewinkelten Arm des Patienten zu strecken, erfolgt die Bewegung ruckartig, wie bei einem Zahnrad.1

Zittern (Tremor)

Das Zittern beginnt meist einseitig an den Händen, später können auch die Füße und der Kiefer davon betroffen sein. Das Zittern ist in der Ruhephase vorhanden und verschwindet bei zielgerichteten Bewegungen, so dass Alltagsbewegungen weiterhin möglich sind. Dennoch wird das Zittern von den Patienten als sehr unangenehm empfunden, zudem es sich unter Anspannung oder Aufregung noch verstärkt. Hilfreich ist meist ein offenes Gespräch mit dem Umfeld zur Vermeidung von peinlichen Situationen oder Missverständnissen. Das Zittern ist nicht bei allen Patienten gleich stark ausgeprägt. Bei etwa 25% der Parkinson-Patienten tritt auch im weiteren Krankheitsverlauf gar kein Zittern auf.1

Hauptsymptome Parkinson

Gang- und Haltungsstörungen

Im Laufe der Zeit entwickelt sich mit zunehmender Krankheitsdauer die für Morbus Parkinson typische vorn über gebeugte Haltung. Der Gang wird kleinschrittig und schlurfend. Bei Stößen, z.B. im Gedränge oder in der Straßenbahn, kann der Parkinson-Patient nicht mehr rechtzeitig gegensteuern, um das Gleichgewicht zu halten und neigt daher zu Stürzen. In der häuslichen Umgebung sollten Stolperfallen, wie Teppiche, Türschwellen oder ähnliches gesichert werden und Hilfsmittel, wie Haltegriffe oder Gehhilfen, eingesetzt werden, um sich vor Stürzen zu schützen.1

Film über Bewegungsverlangsamung als erste Anzeichen von Morbus Parkinson aus: Schulungsunterlagen UCB zu Diagnostik von Morbus Parkinson


Begleitsymptome von Parkinson


Lange Zeit standen die sogenannten motorischen Parkinsonsymptome im Vordergrund. Heute weiß man, dass neben diesen Hauptsymptomen viele weitere ernstzunehmende Beschwerden Bestandteil der Erkrankung sein können, wie z.B.1


Für die Auswahl der richtigen Therapie ist es daher sehr wichtig, dass die Patienten alle Beschwerden offen bei ihrem Arzt ansprechen  und nicht aus einem falschen Schamgefühl heraus unangenehme Symptome verschweigen.

Psychische Störungen

Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit sind Gefühle, die bei etwa der Hälfte der Parkinson-Patienten über längere Phasen hinweg andauern und dann als Depression bezeichnet werden.

Zum einen ist die Niedergeschlagenheit eine normale Reaktion auf die Krankheit an sich, zum anderen wird die Depression aber auch durch das Ungleichgewicht bestimmter körpereigener Botenstoffe verursacht. Wenn die depressive Stimmungslage bei einer optimalen Kontrolle der übrigen Symptome nicht abnimmt, kann eine zusätzliche Behandlung mit Antidepressiva ratsam sein.1 Auch ein Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen wird meist von den Patienten als sehr positiv empfunden und hilft dabei, mit der Krankheit besser umzugehen. Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen sind unter „Was Sie bewegt“ in der Rubrik „Selbsthilfegruppen“ angegeben.

Als weitere psychische Störung kann sich bei einigen Parkinson-Patienten (20-30%) mit fortschreitendem Alter eine Demenz entwickeln.1 Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Kapitel „Demenz bei Parkinson“.

Schlafstörungen

Über 75% der Parkinson-Patienten klagen über Schlafstörungen meist in Form von Ein- und Durchschlafproblemen.

Durch den gestörten Schlaf leiden die Betroffenen unter ständiger Müdigkeit am Tag.1

Die Schlafstörungen haben meist mehrere Ursachen. Eine abnehmende Wirksamkeit der abendlich eingenommenen Medikamente kann während der Nacht und insbesondere auch am frühen Morgen zu einer schmerzhaften Einschränkung der Beweglichkeit führen. Weiterhin können lebhafte Träume, Halluzinationen und ein vermehrter nächtlicher Harndrang den Schlaf mehrmals in der Nacht unterbrechen. Schlafstörungen können aber auch eine Folge von Depressionen sein.1

Die genaue Analyse der Schlafstörungen hilft dem Arzt, geeignete Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden zu finden. Eine Umstellung und Anpassung der Parkinson-Medikamente kann notwendig sein.1 Darüber hinaus können die Patienten aber auch selber etwas für einen erholsameren Schlaf tun. Schlaf-Empfehlungen sind im Kapitel „Was Sie bewegt“ in der Rubrik „Gesunder Schlaf“ zusammengestellt.

Blasenentleerungs- und sexuelle Störungen

Insbesondere ältere männliche Patienten müssen nachts mehrmals die Toilette aufsuchen, obwohl die Blase kaum gefüllt ist.

Auch Probleme beim Wasserlassen, die dazu führen, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann, sind häufig.1

Auf gar keinen Fall sollten die Patienten bei Blasenproblemen ihre tägliche Flüssigkeitsaufnahme reduzieren. Bei starken Beschwerden können auch Medikamente helfen.1 Weitere Informationen zu diesem Thema sind im Kapitel „Was Sie bewegt“ unter der Rubrik „Blasenprobleme“ aufgeführt.

Etwa die Hälfte der männlichen Patienten klagt über sexuelle Störungen. Neben der Abnahme des sexuellen Interesses stellen Erektionsprobleme die Hauptursache dar.1 Diese Probleme sollten Sie in Ruhe mit Ihrem Arzt besprechen.

Kreislaufstörungen

Schwindel und Benommenheit sind Beschwerden, die Parkinson-Patienten besonders beim morgendlichen Aufstehen aus dem Bett haben.

Diese Beschwerden sind häufig auf Kreislaufprobleme zurückzuführen. Dabei ist die Regulation des Blutdrucks beim Aufstehen oder beim längeren Stehen gestört und der Blutdruck sinkt dann zu stark ab. Als Folge wird den Patienten beim Aufstehen „schwarz vor Augen“.1

Kreislaufanregende Maßnahmen, wie Kneipp-Anwendungen und Wechselduschen sowie ein Kopfkissen oder ein höher gestelltes Kopfteil im Bett können die Beschwerden lindern. Beim Aufstehen sollten sich die Patienten Zeit nehmen und auf der Bettkante sitzen bleiben, bis der Kreislauf in Schwung kommt. Lange heiße Duschen oder heiße Bäder dagegen sollten vermieden werden.

Schmerzen

Fast die Hälfte aller Parkinson-Patienten klagt über Schmerzen, die als ziehend, brennend, krampfartig oder rheumatisch beschrieben werden.

Schmerztagebücher, in denen der Patient genau notiert, in welcher Situation welche Schmerzen auftreten, helfen dem Arzt dabei, die Ursachen zu bestimmen.

Sind die Schmerzen vor allem auf die Einschränkung der Beweglichkeit zurückzuführen, sollten die Patienten das Gespräch mit ihrem Arzt suchen, ob eine Anpassung der Parkinson-Medikamente oder eine zusätzliche Schmerz-Therapie erforderlich ist.1

Hautprobleme

Die Schweißdrüsen der Haut reagieren sehr sensibel auf psychische Belastungen.

Übermäßiges Schwitzen kann ebenfalls zu den Beschwerden des Morbus Parkinson gehören. Schweißausbrüche oder Schwitzattacken treten bei Parkinson-Patienten vor allem in der Nacht auf.

Überaktive Talgdrüsen führen zu einer fettigen Haut insbesondere im Gesicht. Eine sorgsame Köperpflege ist daher für Parkinson-Patienten besonders wichtig. Die durchschwitzte Wäsche bzw. Bettwäsche sollte immer direkt gewechselt werden. Luftige Nacht- und Bettwäsche aus Naturfasern (Baumwolle) sorgen für ein angenehmes Schlafklima.1

Magen-Darm-Störungen

Störungen des Magen-Darm-Traktes sind bei Parkinson-Patienten sehr häufig.4 Dabei werden durch die Parkinson-Krankheit die Bewegungen derjenigen Muskeln beeinträchtigt, die an der Bewegung des Speisebreis durch den Verdauungstrakt beteiligt sind. Zudem wird der Magen-Darm-Trakt von einem eigenen Nervensystem reguliert, das ebenfalls durch die Parkinson-Erkrankung in seiner Funktion eingeschränkt werden kann.4 Durch die Parkinson-Krankheit können die Bewegungen der verschiedenen Abschnitte des Verdauungssystems allgemein verlangsamt werden. So kann es zum Beispiel zu Schluckstörungen, einer verzögerten Magenentleerung und zu einer verlangsamten Darmtätigkeit kommen. Zu den häufigsten wahrgenommenen Magen-Darm-Störungen bei Parkinson-Patienten gehören deshalb Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung.106

Ebenfalls häufig sind Beschwerden durch die erwähnten Schluckstörungen : Da der Speichel nicht mehr ausreichend geschluckt werden kann, kommt es zu einem vermehrten Speichelfluss aus dem Mund. Die Speichelproduktion bei Parkinson-Patienten ist dagegen nicht erhöht, sondern sogar eher vermindert.109 Durch Schluckstörungen können sich weitere lästige Beschwerden ergeben, die vor allem das Essen und Trinken erschweren, wie z.B.109

  • Räuspern und Husten
  • Verschlucken,
  • Husten- und Erstickungsanfälle, oder das
  • Steckenbleiben im Hals



Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den Symptomen, die durch eine verzögerte Magenentleerung infolge der verringerten Tätigkeit der Magenmuskulatur verursacht werden. Dadurch kommt es bei den Mahlzeiten zu einem verfrühten Sättigungs- und Völlegefühl. Weitere Beschwerden können Aufstoßen und Sodbrennen sein.106 Die verzögerte Magenentleerung beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden der Patienten deutlich, sondern kann  auch die Wirkstoffaufnahme von eingenommenen Medikamenten behindern.107 Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel „Was Sie bewegt“ in der Rubrik „Ernährung und Medikamente“.

Verstopfung

Die Verstopfung, die auf einer verringerten Darmtätigkeit beruht, gilt bereits seit der Erstbeschreibung der Parkinson-Erkrankung als sehr häufiges Symptom, an dem bis zu 80% der Parkinson-Patienten leiden.108 Morbus Parkinson ist eine Nervenkrankheit, von der auch das Nervensystem betroffen ist, das den Magen-Darm-Trakt durchzieht. Das Absterben von Nervenzellen, die die Darmtätigkeit regulieren, wird als Hauptursache für die verringerte Darmtätigkeit bei Morbus Parkinson angesehen.108


Die Freude am Essen nicht nehmen lassen


Ein appetitliches Aussehen und angenehmer Geschmack der Mahlzeiten fördert den Genuss und erleichtert auch das Kauen und Schlucken der Speisen.98

Weitere Tipps zum Thema Ernährung sowie Rezeptvorschläge finden Sie im Kapitel „Was Sie bewegt“ in der Rubrik „Ernährung und Rezepte“.

  1. Thümler. Morbus Parkinson: ein Leitfaden für Klinik und Praxis. Springer-Verlag 2002
  2. Barone P et al. Mov Disord 2009;24:1641-9
  3. Diätverband (Bundesverband der Hersteller von Lebensmitteln für eine besondere Ernährung). Ernährung bei Schluckstörungen – Dysphagiekost. www.diaetverband.de, Stand: 25.09.15
  4. Heetun ZS et al. Parkinsonism and Related Disorders 2012;18:433-440
  5. Jost W. Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms (2005). Bremen, London, Boston, UNIMED Verlag AG.
  6. Jost W. J Neurol Sci. 2010; 289(1-2):69-73
  7. Cloud LJ et al. Curr Neurol Neurosci Rep. 2011; 11(4):379-84
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