Parkinson Aktuell UCB

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Bewegungsstörungen bei Parkinson

Symptome, die die Beeinträchtigung des Bewegungsapparates betreffen, also motorische Symptome, sind die Hauptsymptome von Morbus Parkinson und werden in vier Hauptgruppen eingeteilt. Diese Symptome können von Patient zu Patient von Anfang an sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und spielen für die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung eine wesentliche Rolle.

Verlangsamung der Bewegungsabläufe und Unbeweglichkeit (Bradykinese oder Akinese)

Die Bewegungsverminderung ist das wichtigste Symptom von Parkinson und stellt häufig die gravierendste Einschränkung für die Betroffenen dar. Die Verlangsamung der Bewegung ist ein langsam fortschreitender Prozess, der verschiedene Körperteile wie Gesicht, Arme, Hände, Gang und Körperhaltung betreffen kann. Anfangs bemerken Betroffene zumeist nur auf einer Körperseite, dass bestimmte alltägliche Bewegungen, beispielsweise beim Zähneputzen, bei der Hausarbeit oder bei handwerklichen Tätigkeiten nicht mehr flüssig und einfach auszuführen sind. Derartige Symptome können sich anfangs auch als leichtes Nachziehen eines Beines äußern. Willkürliche Bewegungen, wie Aufstehen, Gehen und Umdrehen sind verlangsamt und fallen dem Patienten zunehmend schwerer. Typisch sind auch Beeinträchtigungen der Feinmotorik, z. B. beim Zuknöpfen des Hemdes oder Veränderungen der Handschrift. Dabei kommt es meist zur Verkleinerung der Schriftgröße während des Schreibens und Buchstaben können nach schräg oben abweichen. Allgemein sind willkürliche Feinbewegungen und besonders rasch abwechselnde Bewegungsabläufe beispielsweise der Hände oder Finger verlangsamt und können teilweise nur stockend ausgeführt werden. Dies kann anhand eines sogenannten „Tapping-Tests“ – zum Beispiel durch rasches Tippen des Zeigefingers auf den Daumen – überprüft werden. Da auch die Gesichts- und  Sprechmuskulatur betroffen sein können, verändern sich die Mimik und die Sprache der Betroffenen. Das Gesicht wird ausdrucksärmer und im späteren Krankheitsverlauf fast maskenartig. Die Sprache wird in fortgeschrittenen Krankheitsstadien leiser, rauer, monoton und undeutlicher. 

Zittern (Tremor)

Neben der Verlangsamung der Bewegungsabläufe ist der Tremor, die medizinische Bezeichnung für das Zittern, das auffallendste Symptom und kann über Jahre die Symptomatik von Parkinson beherrschen. In Spätstadien ist bei fast allen Parkinson-Patienten ein Tremor nachweisbar, der jedoch nicht bei allen Patienten gleich stark ausgeprägt ist. Bei Tremor handelt es sich um unwillkürliche, ziemlich regelmäßige, rhythmische Bewegungen von Körperteilen. Das Zittern beginnt meist einseitig an den Händen, später können auch die Füße, der Kopf und das Kinn davon betroffen sein. Bei den meisten Patienten tritt der Tremor bei vollständig entspannter Muskulatur auf (Ruhetremor) und verschwindet bei zielgerichteten Bewegungen, so dass Alltagsbewegungen weiterhin möglich sind. Dennoch wird das Zittern von den Patienten als sehr unangenehm empfunden, besonders da es sich unter Anspannung oder Aufregung noch verstärkt. Bei einigen Patienten kann zu Beginn der Erkrankung zusätzlich ein sogenanntes Haltezittern auftreten, d.h. ein Zittern bei ausgestreckter Hand. Hilfreich kann ein offenes Gespräch mit dem Umfeld zur Vermeidung von peinlichen Situationen oder Missverständnissen sein.

Muskelsteifheit (Rigor)

Anfänglich sind meist die Nacken- und Schultermuskeln von der Versteifung der Muskulatur betroffen, so dass die Beschwerden anfänglich mit Rheuma oder Muskelverspannungen verwechselt werden können. Die Muskelsteifheit, oder ein erhöhter Spannungszustand der Muskulatur, kann an den verschiedenen Körperteilen unterschiedlich ausgeprägt sein. Der Arzt weist die Muskelsteifheit über das Zahnrad-Phänomen nach: Bei dem Versuch den angewinkelten Arm des Patienten zu strecken, erfolgt die Bewegung ruckartig, wie bei einem Zahnrad. 

Zittern und Muskelsteifheit - Bewegungsstörungen bei Parkinson

Störungen der Halte- und Stellreflexe (posturale Instabilität)

Da es in späteren Stadien der Parkinson Erkrankung zu Störungen der gleichgewichtsregulierenden Reflexe kommt, können Patienten bei Stößen, z.B. im Gedränge oder in der Straßenbahn, nicht mehr rechtzeitig und ausreichend gegensteuern, um das Gleichgewicht zu halten; sie neigen daher zu Stürzen (posturale Instabilität).

Um Stürze zu vermeiden sollten in der häuslichen Umgebung Stolperfallen, wie Teppiche und Türschwellen gesichert werden. Darüber hinaus können Hilfsmittel, wie Haltegriffe oder Gehhilfen, eingesetzt werden.

Erscheinung des veränderten Bewegungsablaufs

Im Laufe der Zeit entwickelt sich mit zunehmender Krankheitsdauer die für Morbus Parkinson typische vorn über gebeugte Haltung. Im weiteren Verlauf der Erkrankung haben Parkinson-Patienten zunehmend „Startschwierigkeiten“, d.h. vom Stuhl aufzustehen oder loszulaufen. Der Gang wird kleinschrittig und schlurfend. Weitere Bewegungseinschränkungen ergeben sich zum Beispiel beim Drehen im Bett, durch das verminderte Mitschwingen eines Armes beim Gehen oder beim Umkehren auf der Stelle. Teilweise kann es auch zu Bewegungshemmungen beim oder vor dem Passieren von engen Stellen, wie Türrahmen oder Unebenheiten des Bodens kommen. Bei psychischer Anspannung kann es zur plötzlichen Bewegungshemmung kommen, in dem sich die betroffenen Patienten „wie angeklebt“ oder „eingefroren“ fühlen („Freezing-Phänomen“).

Akinetische Krise

Ein plötzliches Absetzen von Medikamenten, schwere Infektionskrankheiten oder auch schwere, ausgedehnte Operationen können bei Parkinson-Patienten zu der sogenannten akinetischen Krise führen. Diese ist durch Unbeweglichkeit, Unmöglichkeit des Sprechens und Schluckens und hohes Fieber gekennzeichnet. Zwar tritt eine akinetische Krise relativ selten und dann meist erst im Spätstadium der Erkrankung auf; für den Patienten stellt sie jedoch eine lebensbedrohliche Situation dar und erfordert daher eine sofortige Klinikeinweisung.

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