Parkinson Aktuell UCB

Top of this page
Skip navigation, go straight to the content

Magen-Darm-Beschwerden bei Parkinson

Störungen des Magen-Darm-Traktes, auch gastrointestinale Störungen genannt, zählen zu den häufigsten Beschwerden von Parkinson-Patienten, wobei Darmträgheit mit Verstopfung (Obstipation) an vorderster Stelle genannt wird. Viele Patienten klagen bereits vor der Diagnose von Parkinson über Verdauungsstörungen, meistens im Sinne von Verstopfung, oder über Völlegefühl als Zeichen einer verzögerten Magenentleerung. Die Beschwerden werden sowohl krankheitsbedingt als auch durch Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamente verursacht und können im gesamten Verdauungsstrakt, also von der Mundhöhle bis zum Darmausgang, auftreten. Durch die krankheitsbedingten Bewegungsstörungen  wird auch die Beweglichkeit derjenigen Muskeln beeinträchtigt, die an der Bewegung des Speisebreis durch den Verdauungstrakt beteiligt sind. Daher ist der Nahrungstransport über die Speiseröhre, den Magen und den Darm beeinträchtigt, was unter anderem zu Schluckstörungen, einer verzögerten Magenentleerung und zu einer verlangsamten Darmtätigkeit führen kann. Parkinson-Patienten erleben aus diesen Gründen oft Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, ein frühzeitiges Sättigungsgefühl, Verstopfung sowie ein allgemeines Unwohlsein beim Essen mit Aufstoßen.  

Verstopfung und Übelkeit - Magen-Darm-Beschwerden bei Parkinson

Verstopfung

Besonders Verstopfung (Obstipation) ist ein sehr häufiges Symptom von Parkinson, an dem viele Betroffenen leiden. Es ist erwiesen, dass Verstopfung bereits zu Beginn der Erkrankung, bei vielen Patienten auch schon Jahre vorher auftreten kann - lange bevor andere Anzeichen eines Parkinson-Syndroms sichtbar werden. Somit kann Verstopfung ein frühes Symptom für Parkinson sein, wobei natürlich nicht jeder Mensch, der an Verstopfung leidet, später auch einmal an Parkinson erkranken wird. Die Ursachen liegen zum Einen in der verminderten Muskelaktivität der an der Verdauung beteiligten Muskeln. Zum Anderen sind bei Parkinson auch Teile des Nervensystems betroffen, die Funktionen der inneren Organe (beispielsweise des Darmes) regulieren. Wie im Gehirn, kommt es bei Parkinson-Patienten auch im Darm zu einem Verlust bestimmter Nervenzellen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Nervenaktivität und somit zu einer Einschränkung der Darmfunktion. Folge ist ein längeres Verweilen des Stuhls im Dickdarm mit seltener, verminderter und erschwerter Entleerung des oft verhärteten Stuhls. Die Betroffenen erfahren diese Beschwerden, obwohl sich ihre Ernährungsgewohnheiten nicht geändert haben.

Patienten können diese Beschwerden trotzdem selbst günstig beeinflussen, indem sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine ausgeglichene, ballastreiche Ernährung und – soweit möglich – für körperliche Aktivität sorgen. Auch bewährte Hausrezepte zur Verdauungsförderung, wie beispielsweise Leinsamen und Weizenkleie, können  unter Umständen hilfreich sein. In einzelnen Fällen kann auch die Einnahme von leichten Abführmitteln sinnvoll sein.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den Symptomen, die durch eine verzögerte Magenentleerung in den Darm infolge der verringerten Tätigkeit der Magenmuskulatur verursacht werden. Dadurch kommt es bei den Mahlzeiten zu einem verfrühten Sättigungs- und Völlegefühl. Weitere Beschwerden können Aufstoßen und Sodbrennen sein. Die verzögerte Magenentleerung beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden der Patienten deutlich, sondern kann auch die Wirkstoffaufnahme von eingenommenen Medikamenten behindern.

Schluckbeschwerden und Speichelfluss

Schätzungsweise 50 – 75% der Patienten sind von einer Schluckstörung (Dysphagie) betroffen. Sie tritt vor allem bei Patienten in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit auf  und ist auch auf die verminderte Beweglichkeit der Muskulatur zurückzuführen. Sämtliche am Kauen und Schlucken beteiligte Muskeln können davon betroffen sein. Während die Speichelproduktion bei Parkinson-Patienten eher normal oder sogar vermindert ist, kann aufgrund der selteneren Schluckhäufigkeit ein vermehrter Speichelfluss aus dem Mund auftreten. 

Schluckstörungen können für Patienten noch weitere unangenehme Beschwerden zur Folge haben, die vor allem das Essen und Trinken erschweren: Betroffene verschlucken sich häufiger oder ihnen bleibt das Essen im Hals stecken, was Erstickungs- und Hustenanfälle auslösen kann. Nahrungsreste gelangen möglicherweise in die Luftröhre und von dort aus in die Lunge (Aspiration), was zu Lungenentzündungen führen kann. Die Schluckstörung kann zudem die Behandlung mit Medikamenten beeinträchtigen. Die erschwerte Einnahme von Medikamenten führt möglichweise dazu, dass nicht ausreichend Wirkstoff aufgenommen wird.

Die Freude am Essen nicht nehmen lassen

Durch die Schluckbeschwerden fällt den Betroffenen das Essen und Trinken zunehmend schwerer. Die Angst vor dem Verschlucken kann nicht nur den Appetit beeinträchtigen, sondern auch dazu führen, dass Parkinson-Patienten zunehmend das Essen in der Öffentlichkeit meiden. Fehlende Freude an Mahlzeiten kann auch dazu führen, dass die Betroffenen zu wenig essen und trinken und dadurch an Gewicht verlieren. Um das zu vermeiden, kann das Essen und Trinken bei Schluckstörungen durch die Auswahl von geeigneten Speisen erleichtert werden. Feuchte Speisen wie Kartoffeln, Cremesuppen, frisches Rührei und Pudding können leichter geschluckt werden als trockene, krümelige Nahrung wie trockenes und zähes Fleisch, hartgekochte Eier, Knäckebrot, Reis, Nüsse oder Chips. Ein appetitliches Aussehen und ein angenehmer Geschmack der Mahlzeiten fördern den Genuss und die Freude am Essen. Weitere Tipps zum Thema Ernährung bei Schluckstörungen finden sie hier.

Kostenloser Kontakt
UMFRAGE Helfen Sie uns, unsere Webseite für Sie noch weiter zu optimieren! Jetzt mitmachen! Diesen Hinweis verbergen
Vergrößern von Texten und Bildern:

Sie können Ihre Seite im Browser beliebig vergrößern oder verkleinern.

  • Vergrößern

  • Zum Vergrößern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "+". Für Mac-User: "Befehl" und "+".
  • Verkleinern

  • Zum Verkleinern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "-". Für Mac-User: "Befehl" und "-".