Morbus Parkinson - L-Dopa und Eiweiß

Eiweiß (Protein) ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Zum einen dient Eiweiß als „Sattmacher“, zum anderen liefert Eiweiß aus der Nahrung aber auch wichtige Bausteine für das Nervensystem und die Muskeln. Hochwertiges Eiweiß – ob aus tierischen oder pflanzlichen Quellen – ist daher für die Gesundheit und das Wohlbefinden sehr wichtig.

Parkinson-Patienten, die das Parkinson-Medikament L-Dopa (Levodopa) in Form von Tabletten oder Kapseln einnehmen, müssen beim Verzehr eiweißreicher Lebensmittel jedoch einige Punkte beachten. Der Hintergrund: Eiweiß kann die Aufnahme von L-Dopa in den Körper stören.

Der Weg von Tabletten und Kapseln durch den Körper

Die Wirkung von Medikamenten kann durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden. Bei Arzneimitteln, die als Tabletten oder Kapseln eingenommen werden, kann die Nahrung die Aufnahme und Wirkung der Medikamente stören. So müssen zum Beispiel Parkinson-Patienten, die L-Dopa einnehmen, einige Ernährungsregeln beachten.

Nach dem Schlucken gelangen Tabletten und Kapseln zunächst – genau wie Nahrungsmittel – über die Speiseröhre in den Magen und werden anschließend in den Darm weitertransportiert. Im Dünndarm (einem bestimmten Darmabschnitt) erfolgt dann die Aufnahme der Medikamentenwirkstoffe in das Blut. Ist ein Medikamentenwirkstoff erst einmal in die Blutbahn gelangt, kann er sich schnell im ganzen Körper verteilen.

Bei Parkinson-Patienten verläuft der Transport von Nahrung und Medikamenten in den Verdauungsorganen jedoch häufig langsamer als bei gesunden Menschen; Medikamente gelangen nicht so rasch vom Magen in den Darm. Durch die verlängerte Verweildauer im Magen können die Wirkstoffe der Arzneimittel „geschädigt“ werden oder erreichen nur verzögert den Dünndarm. Die Folge: Es gelangt nicht genug Parkinson-Medikament in den Körper; die Wirkung des Arzneimittels ist dadurch schwächer.

Auch durch die Nahrung können die Aufnahme und Wirkung von L-Dopa gestört werden. L-Dopa wird über die gleichen Transportsysteme wie das Eiweiß aus der Nahrung aufgenommen und steht somit „in Konkurrenz“ zur Eiweißaufnahme: Vergleichbar mit einer Drehtür kann immer nur eine bestimmte Menge an Nahrungseiweiß oder L-Dopa pro Zeiteinheit aus dem Darm ins Blut gelangen. Insbesondere sehr eiweißreiche Mahlzeiten – zum Beispiel mit viel Fleisch oder Fisch ‒ können daher die Aufnahme von L-Dopa stören, wodurch die Wirksamkeit herabgesetzt wird.

Was muss bei der L-Dopa-Einnahme beachtet werden?

Um zu verhindern, dass eiweißreiche Mahlzeiten die Wirkung der L-Dopa-Medikamente verringern, wird empfohlen, L-Dopa etwa eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach dem Essen einzunehmen. Genaue Informationen zur Einnahme von L-Dopa finden Parkinson-Patienten auch in der Gebrauchsinformation („Beipackzettel“) des Medikaments, das ihnen verschrieben wurde.

Generell sollten Tabletten und Kapseln stets mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden – dadurch wird der Schluckvorgang erleichtert und der Wirkstoff im Magen schneller freigesetzt. Anstelle von Fruchtsäften oder Heißgetränken sollte dabei kohlensäurearmes oder stilles Wasser gewählt werden; dies verhindert unangenehmes „Aufstoßen“ und beugt einer Wechselwirkung zwischen dem Saft und den Medikamenten vor. Keinesfalls sollten Patienten, die L-Dopa einnehmen, auf eiweißhaltige Nahrung verzichten – im Regelfall reicht es aus, die tägliche Menge an Nahrungseiweiß über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.