Gleichgewichtstraining mit Morbus Parkinson

Bei vielen Parkinson-Patienten kommt es im Verlauf der Erkrankung zu Gleichgewichtsstörungen. Die Betroffenen können plötzliche Stöße oder Stolpern nicht mehr so gut abfangen – die Sturzgefahr steigt. Übungen für mehr Gleichgewicht und Körperstabilität sind daher für Parkinson-Patienten zur Sturzvermeidung sehr wichtig – dies gilt vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Teil eines Gleichgewichtstrainings für Parkinson-Patienten ist es, sogenannte „Ausfallschritte“ zu üben. Durch diese großen Schritte, die nach vorn, zur Seite oder nach hinten gemacht werden, kann sich der Patient auch bei einem plötzlichen Verlust des Gleichgewichts schnell wieder stabilisieren. Mit diesem Ziel wird vor allem das sogenannte „Schubs-Training“ (Pulsions-Therapie) durchgeführt.

"Schubs-Training" für mehr Sicherheit

Beim „Schubs-Training“ übt der Parkinson-Patient gemeinsam mit einem Therapeuten. Der Therapeut steht dabei hinter dem Patienten und fasst diesen zunächst an beiden Schultern; dann zieht der Therapeut den Patienten mit einem Ruck nach hinten. Der Parkinson-Patient muss einen Ausfallschritt machen, um der plötzlichen Veränderung der Körperposition entgegenzusteuern und sein Gleichgewicht wiederzuerlangen. Um Verletzungen vorzubeugen, sollte das Schubs-Training nur von einem erfahrenen Physiotherapeuten durchgeführt werden.

Zusätzlich zum Gleichgewichtstraining kann das Sturzrisiko auch durch eine Neugestaltung der Wohnung unterstützt werden. Typische „Stolperfallen“ wie rutschige Böden oder Türschwellen sollten gesichert oder entfernt werden, um den Parkinson-Patienten in seinem Alltag zu unterstützen. Hilfsmittel wie Knie- oder Hüftpolster können ebenfalls Sicherheit bieten.