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Aktuelles zu Morbus Parkinson

Mitten im Leben mit Parkinson


  • Haben 30-Jährige einen schwankenden Gang oder zitternde Hände, wird den Betroffenen schnell ein Alkoholproblem unterstellt. Dass sich hinter solchen Symptomen ein Morbus Parkinson verbergen kann, ist weitgehend unbekannt.

    Dabei ist die früh einsetzende Form des Parkinson-Syndroms gar nicht so selten: Immerhin zehn Prozent der Parkinson-Betroffenen erkranken nach Schätzungen der US-amerikanischen Parkinson-Gesellschaft zwischen ihrem 21. und 40. Lebensjahr.
    Fotolia_28749665_Subscription_L.JPGFoto: #28749665 | © Robert Kneschke – Fotolia.com

    Sie zeigen neben zitternden Händen und Muskelsteifheit vor allem neurologische Bewegungsstörungen. Diese krampfhaften Bewegungen oder Fehlhaltungen betreffen überwiegend die unteren Extremitäten oder die Schulter und sind bei bis zu 50 Prozent der jung Erkrankten die ersten Symptome. Bis zur Diagnose durchlaufen viele Betroffene häufig eine wahre Odyssee von Arzt zu Arzt. Denn aufgrund des jungen Alters und der oft nicht eindeutigen Symptome dauert die korrekte Ansprache derselben im Durchschnitt 15 Monate länger als bei der klassischen Form der Erkrankung, die meist erst nach dem 60. Lebensjahr auftritt.

    Offen miteinander sprechen

    Fotolia_184265272_Subscription_L.JPGFoto: #184265272 | © goodluz – Fotolia.com

    Die Diagnose selbst empfinden viele Betroffene dann als Vollbremsung in der Rushhour des Lebens: Sie stehen mitten im Berufsleben, planen ihre Karrieren und haben möglicherweise schon eine Familie und Kinder. All das bedeutet ohnehin schon Stress. Das Wissen, chronisch und auch unheilbar krank zu sein, und die Ungewissheit hinsichtlich der eigenen Zukunft verstärken diesen noch. In der Folge leiden die Betroffenen häufiger unter Stimmungsschwankungen, familiären Problemen und beruflichen Schwierigkeiten als Altersgenossen.

    Denn die Diagnose kann nicht nur die eigene Lebensplanung, sondern auch die der Partnerin/des Partners auf den Kopf stellen. Um die hieraus erwachsenden Belastungen für die Beziehung meistern zu können, ist es wichtig, offen über die eigenen Wünsche und Ängste zu sprechen und Hilfe – gegenseitige und auch professionelle – anzunehmen.

    Im Beruf bleiben

    Fotolia_179959300_Subscription_L.JPGFoto #179959300 | © Jacob Lund – Fotolia.com

    Viele Fragen wirft die Diagnose auch im Hinblick auf die berufliche und damit finanzielle Zukunft auf – selbst wenn es Experten zufolge viele Betroffene mit einigen Anpassungen ihres Arbeitsumfeldes und/oder der Arbeitsbelastung schaffen, weiterhin berufstätig zu bleiben. Grundvoraussetzung hierfür ist es allerdings, sich die körperlichen und psychischen Herausforderungen, die mit der Diagnose einhergehen, bewusst zu machen. Eventuell auftretende Schwierigkeiten im Job sollten deshalb auch erst einmal mit dem Arzt besprochen werden – möglicherweise lassen sich diese durch eine Umstellung der Therapie beheben.

    Wann Betroffene ihren Arbeitgeber über Ihre Erkrankung informieren, ist eine höchst individuelle Entscheidung und hängt von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist, in welchem Umfang die Leistungsfähigkeit im Job durch die Erkrankung beeinträchtigt wird.

    Spätestens jedoch, wenn Kollegen die Symptome bemerken oder der Stress, die Diagnose geheim zu halten, selbst zur Belastung wird, sollten Betroffene das (freiwillige) Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchen. Betriebsrat, Betriebsarzt und der behandelnde Arzt können dabei helfen, die Arbeitszeiten oder den Arbeitsplatz an die neue Situation anzupassen. Wer allerdings befürchtet, aufgrund seiner Erkrankung gekündigt zu werden, sollte rechtzeitig einen Behindertenausweis beim Versorgungsamt beantragen.

    Fotolia_92825065_Subscription_L.JPGFoto: #92825065 | © sabine hürdler - Fotolia.com

    Eine gute Möglichkeit, mit all den Belastungen, die die frühe Diagnose eines Morbus Parkinson mit sich bringt, umzugehen und das körperliche und emotionale Wohlbefinden zu stärken, sind regelmäßige Bewegung und Sport. Denn körperliche Aktivitäten in Haus und Garten, Nordic­Walking, Tanzen oder Fitness- beziehungsweise Krafttraining haben nachweislich nicht nur positive Effekte auf Schmerzen, Kraft und Gang, sondern fördern auch das seelische Wohlbefinden sowie die geistige Leistungsfähigkeit und damit auch die Lebensqualität an sich.
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