Aktuelles zu Morbus Parkinson

Parkinson und Anästhesie

Wir freuen uns, Ihnen heute Ihre persönliche Ausgabe des Parkinson aktuell Newsletters für den Monat Februar 2019 zu übersenden.

Die Zahl älterer Patienten, die sich erfolgreich einer Operation unterziehen, steigt kontinuierlich. Steht ein solcher Eingriff an, ist eine Menge zu bedenken – erst recht, wenn man an einer chronischen Erkrankung wie Morbus Parkinson leidet. Lesen Sie im aktuellen Beitrag, was Sie selbst dazu beitragen können, dass die OP gelingt, welche Narkose-Formen in Frage kommen und was Sie unbedingt in Ihre Kliniktasche packen sollten.

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Operation trotz Morbus Parkinson? Bei guter Vorbereitung kein Problem!

Laserbehandlung des Grauen Stars, minimal-invasive Prostata-OP oder Hüftgelenkprothese: Fortschritte bei Operations- und Narkosetechniken, aber auch der demographische Wandel lassen die Zahl älterer Menschen, die sich einer Operation unterziehen, steigen. Die Erfolge, die die Chirurgie bei der Gruppe der über 65-Jährigen inzwischen erzielt, gehen jedoch mit einem altersbedingt zunehmenden Risiko für Komplikationen während und nach der Operation einher. Zu den Faktoren, die das Operationsrisiko beeinflussen, zählen bei älteren Menschen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch andere typische Alterserkrankungen wie der Morbus Parkinson. Denn über die parkinson-typischen Bewegungsstörungen hinaus haben viele Betroffene Probleme mit vermehrtem Speichelfluss, Schluckstörungen oder der Regulation des Blutdrucks.

 

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Gut vorbereitet in die Klinik

Umso wichtiger ist es, dass Sie einen operativen Eingriff und den damit eventuell notwendigen Aufenthalt im Krankenhaus gründlich vorbereiten. Dazu gehört in erster Linie, dass Sie Ihren Neurologen bereits frühzeitig über die bevorstehende Operation und den operierenden Arzt und den Anästhesisten über die bestehende Parkinson-Erkrankung informieren. Nur so kann Ihr Neurologe die bestehende medikamentöse Therapie mit Blick auf die Herausforderungen des Krankenhausaufenthalts optimieren und die Operationsverantwortlichen sich auf Ihre speziellen Bedürfnisse einstellen.Dazu zählt unter anderem, die etablierte medikamentöse Behandlung aufgrund der kurzen Wirkdauer von L-Dopa so lange wie möglich fortzuführen und so früh wie möglich wiederaufzunehmen, um eine anhaltende Bewegungsunfähigkeit oder einen während der Operation auftretenden Tremor zu vermeiden. Bitten Sie deshalb darum, am Tag des Eingriffs möglichst als Erste(r) operiert zu werden. Während der Operation können Parkinson-Medikamente – je nach Länge und Schwere des Eingriffs und der operierten Stelle – in Form eines Pflasters (transdermal), intravenös oder über eine Nasen- oder Magensonde bzw. eine Apomorphinpumpe verabreicht werden.

 

#169392211 | Urheber: sebra

Die passende Narkoseform wählen

Prinzipiell richtet sich die Wahl der Narkoseform (Vollnarkose oder regionale Anästhesie) nach dem geplanten Eingriff. Die Parkinson-Erkrankung selbst schließt kein Narkoseverfahren aus. Für eine lokale Betäubung spricht allerdings, dass es dadurch in der Regel einfacher ist, die Parkinsonmedikamente in bisheriger Art und Weise weiter zu nehmen. Außerdem ist hierbei die Gefahr geringer, dass Speichel in die Atemwege gelangt (Aspiration). Jedoch könnte es bei einer Lokalanästhesie stressbedingt zu einer Zunahme des Tremors kommen, während nach einer Vollnarkose eher Gedächtnisprobleme oder Verwirrtheit auftreten können.

 

#35528108 | Urheber: Gordon Grand

Das gehört in die Kliniktasche

Nicht nur die Phase der Operation, sondern auch der Aufenthalt vor und nach dem Eingriff auf der zumeist chirurgischen Station muss gut vorbereitet sein. Denn die dort tätigen Pflegepersonen wissen nicht unbedingt über die Besonderheiten der Parkinson-Erkrankung (regelmäßige Medikamentengabe, evtl. auftretende Wirkungsschwankungen) Bescheid. Auch die parkinson-spezifischen Medikamente sind dort nicht immer vorrätig. Deshalb sollten Sie in Ihrer Kliniktasche auf jeden Fall Ihren Parkinson-Ausweis mit der aktuellen Medikation, den Narkose-Anhänger der Deutschen Parkinson-Vereinigung (dPV) sowie die notwendigen Parkinson-Medikamente in ausreichender Menge mit sich führen.

Eine übersichtliche Zusammenstellung aller Tipps und Empfehlungen rund um das Thema Parkinson und Anästhesie finden Sie in der gleichnamigen Informationsbroschüre, die Sie kostenfrei über die Website www.parkinson-aktuell.de oder über UCBCares® bestellen können:

Tel.: +49 (0) 2173 48 4848
Fax: +49 (0) 2173 48 4841
Email: UCBCares.DE@ucb.com

Der Ratgeber ist so aufgebaut, dass Sie einen Teil selbst behalten können, ein weiterer Abschnitt ist für Ihren Anästhesisten bestimmt. Diesen können Sie beispielsweise beim Vorgespräch übergeben. Ein dritter Teil ist als Information für die Ärzte und Pflegekräfte auf der Station vorgesehen, wo Sie vor und nach der Operation betreut werden. Damit dürfte einer erfolgreichen Operation nichts mehr im Wege stehen – wir wünschen Ihnen hierfür alles Gute!

 

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