Symptome bei Morbus Parkinson

Bei der Parkinson-Krankheit entwickeln sich viele Beschwerden erst im Laufe der Jahre. Darüber hinaus verläuft die Erkrankung individuell sehr unterschiedlich: 

Krankheitszeichen, die bei manchen Parkinson-Patienten auftreten, treten bei anderen Patienten überhaupt nicht oder erst deutlich später auf. Grundsätzlich stützt sich die Diagnose „Parkinson-Krankheit“ jedoch auf eine Reihe charakteristischer Erscheinungen (Symptome), die für die Parkinson-Erkrankung typisch sind. Man unterscheidet dabei zwischen:

  • Hauptsymptomen (auch motorische Kardinalsymptome genannt) und
  • Begleitsymptomen („nicht-motorischen“ Symptomen, also Symptomen, die nicht die Bewegungsabläufe betreffen)

Hauptsymptome bei Morbus Parkinson

Wesentliches Merkmal der Parkinson-Krankheit sind die typischen Störungen der Bewegungsfunktionen. Diese Bewegungsstörungen müssen unbedingt vorliegen, damit die Diagnose „Parkinson-Krankheit“ gestellt werden kann; sie werden daher auch als Haupt- oder Kardinalsymptome bezeichnet. Diese Hauptsymptome sind:

  • Verlangsamung der Bewegungsabläufe und Unbeweglichkeit (Bradykinese, Akinese und Hypokinese)
  • Zittern (Tremor)
  • Muskelsteifigkeit (Rigor)
  • Störung der Halte-und Stellreflexe (posturale Instabilität)

 

Die Hauptsymptome entwickeln sich langsam während des Krankheitsverlaufs und können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein; nicht immer treten alle Hauptsymptome gleichzeitig auf. Je nachdem, welche Hauptsymptome besonders stark ausgeprägt sind, spricht man von unterschiedlichen Typen der Parkinson-Krankheit:

  • Akinetisch-rigider Typ: Die Bewegungsverlangsamung (Akinese) und die Muskelsteifigkeit (Rigor) dominieren.
  • Tremordominanz-Typ: Das Zittern in Ruhesituationen (Ruhetremor) dominiert.
  • Äquivalenz-Typ: Die drei Hauptsymptome Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern in Ruhesituationen sind ungefähr gleich stark ausgeprägt
  • Monosymptomatischer Ruhetremor: Bei dem Patienten tritt nur das Zittern in Ruhesituationen auf.

 

Begleitsymptome von Parkinson („nicht-motorische Symptome“)

Auch wenn die Parkinson-Krankheit als eine „Bewegungskrankheit“ gilt: Bei den meisten Parkinson-Patienten treten viele Beschwerden auf, die nicht die Bewegungsabläufe betreffen. Diese sogenannten „nichtmotorischen Symptome“ können bereits in sehr frühen Phasen der Erkrankung auftreten, lange bevor es zu Einschränkungen in der Beweglichkeit kommt. Zu den wichtigsten „frühen“ Begleitsymptomen zählen Riechstörungen, Schlafstörungen und Verstopfung. Weitere nichtmotorische Begleitsymptome der Parkinson-Krankheit können sein:

  • seelische und geistige Störungen, Depression, Angstzustände, Vergesslichkeit, Schlafstörungen
  • vegetative Störungen (= Störungen von Körperfunktionen, die nicht willentlich gesteuertwerden können), Kreislaufprobleme, Verstopfung, Erektionsstörungen, übermäßiges Schwitzen, vermehrter Speichelfluss
  • sensorische Störungen (= Störungen von Sinneswahrnehmungen und Empfindungen), Schmerzen, Missempfindungen, Sehstörungen

 

Viele nichtmotorische Symptome machen sich schon früh – zum Teil bereits vor der eigentlichen Diagnose der Parkinson-Krankheit – bemerkbar. Wichtig ist jedoch: Das Auftreten eines der beschriebenen Begleitsymptome bedeutet nicht, dass die betroffene Person später an Parkinson erkranken wird! Die Begleitsymptome sind oftmals nur ein zusätzlicher Hinweis für den behandelnden Arzt und müssen immer gemeinsam mit allen Beschwerden und Einschränkungen eines Patienten betrachtet werden. Es gibt also bislang kein typisches Frühsymptom, das eindeutig auf Parkinson hinweist.